Tag Archive | Vision

Wohin gehst Du, lutherische Kirche? Mein Zukunftstraum.(Vortragsmanuskript)

(Hier stelle ich mein Manuskript zu Verfügung. Der Vortrag wurde vor der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordkirche im Dezember 2017 gehalten. Man möge diesen Kontext bei der Einordnung der Gedanken berücksichtigen. Ich habe nicht unähnliche Gedanken bereits an anderer Stelle vorgetragen. Es handelt sich nur um eine Manuskript. Eine überarbeitete Fassung wird bald publiziert werden. Viel Freude beim Lesen!)

500 Jahre Reformation

10 Jahre Reformationsfeierlichkeiten sind vorbei. Die große Reformationsdekade liegt hinter uns. Ich weiß nicht, wie es Ihnen damit erging, aber ich fand dieses Jubiläum in Summe ausgesprochen langweilig. Noch langweiliger fand ich nur Kommentare zum Reformationsjubiläum, die diese Langeweile monierten. Ich habe kaum einen dieser Kommentare zu Ende gelesen.

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Um also nicht in die gleiche Falle zu tappen, mache ich damit an dieser Stelle Schluss, was das Reformationsjubiläum angeht. Nur so viel: Vor knapp 1,5 Jahren saßen wir im Kreis der Vikare der Nordkirche zusammen. Wir überlegten, welchen Referenten wir einmal zu uns einladen wollten. Und ich weiß noch genau, wie ein Vikar vorschlug: „Lasst uns doch jemanden von der EKD einladen und nachfragen, ob es irgendwelche Pläne dafür gibt, was nach 2017 kommt. Wenn der letzte Rückblick auf Luther gehalten wurde, das letzte Sektglas abgewaschen. Was eigentlich dann? Wie geht es in Zukunft mit der Kirche weiter? Denkt irgendjemand auch daran?

Und ich dachte: „Gute Frage.“ Es ist genau die Frage, über die ich heute mit Euch und Ihnen nachdenken möchte. Die Frage lautet: „Wohin gehst Du, lutherische Kirche?“ Quo vadis, ecclesia lutherana? Mir geht es – wie der Titel verrät – also weniger um die Zukunft von Kirche im Allgemeinen. Ebenso weniger um die Zukunft der evangelischen Kirche, sondern um die Zukunft der lutherischen Konfession. Der Kirche, die sich – zumindest nach ihrem offiziellen Selbstanspruch – an Schrift und das lutherische Bekenntnis gebunden weiß.

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„Wie können wir die Kirche von morgen gestalten?“ (Vortrags-Manuskript)

Im Mai habe ich im Theokreis-Leipzig einen Vortrag zum Thema Kirche halten dürfen. Hier gibt es nun mein Manuskript, das sicherlich noch weiter ausgearbeitet werden müsste. Vielleicht empfindet es ja der eine oder die andere als hilfreich. Die Freunde von Lutherisches Lärmen haben sogar eine Aufnahme hochgeladen. Viel Freude bei der Lektüre.

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© momosu / pixelio.de

„Wie können wir die Kirche von morgen gestalten?“ Vermutlich studieren viele hier mit dieser Frage im Hinterkopf. Wenn man bald Pfarrer wird – wobei „bald“ bei der länge unseres Ausbildungsweges freilich ein relativer Begriff ist – dann stellen sich solche Fragen: Wie „mache“ ich Kirche so, dass sie wieder Menschen anspricht? Dass Menschen in unseren Gemeinden vermehrt zum Glauben an Jesus Christus finden?

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Einen schlechten Tag gehabt? So kann er zum besten Tag Ihres Lebens werden…

Ich gebe zu: es ist ein großes Versprechen. Aber ich gebe es gerne: Der heutige Tag kann zum besten Tag Ihres Lebens werden.

Mit diesem Versprechen bin ich nicht allein. In der einen oder anderen Variation geistert es durch die Selbsthilfeliteratur. Auch aus dem Mund so manchen Motivationsgurus ist es hin und wieder vernehmbar. Es klingt dann in etwa so:

© kongsky / FreeDigitalPhotos.net

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Sie können heute beginnen, ihren Traum zu leben! Sie schaffen das! Füllen Sie Ihren Kopf mit positiven Gedanken! Das wird sie ungemein motivieren. Überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund und beginnen Sie heute! Leben Sie nicht für die Ziele anderer Menschen, sondern leben Sie ihren eigenen Traum.

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Der nackte, betrunkene Noah und mein Traum von Kirche

Was für eine Vision von Kirche haben Sie? Ich habe meine ganz eigene. Sie hat mit einem betrunkenen, nackten Mann zu tun.

Visionen sind wichtig. Sie sind Zukunftsbilder, die in uns Leidenschaft wecken. Dazu gibt es viele biblische Texte, die uns zum Träumen ermuntern. Sie malen uns vor Augen, wie Kirche sein könnte. Weit vorne im Rennen biblischer Visions-Texte ist sicherlich Apostelgeschichte 2. Die ersten Christen leben gemeinschaftlich zusammen und haben offene Häuser. Sie teilen und beten gemeinsam.

© günther gumhold / pixelio.de

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Viele Gemeinden wollen so leben, wie es in Apostelgeschichte 2 beschrieben wird. Im amerikanischen Kontext gibt es sogar Kirchen, die sich als eine „acts 2“-church bezeichnen.

Natürlich können auch andere biblische Texte zu einem Traum von Kirche inspirieren. Die Aussendungsrede an die Jünger in Lukas 10 zum Beispiel. Das wäre die Vision von einer Gemeinde, die aufbricht, unterwegs ist und zu den Menschen geht.

Mein persönlicher Visions-Text ist jedoch ein anderer. Es ist eine kleine, schräge Episode, die sich in 1. Mose 9 abspielt. Hier heißt es:

Die Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, sind diese: Sem, Ham und Jafet. Ham aber ist der Vater Kanaans. Das sind die drei Söhne Noahs; von ihnen kommen her alle Menschen auf Erden. Noah aber, der Ackermann, pflanzte als Erster einen Weinberg. Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag im Zelt aufgedeckt. Als nun Ham, Kanaans Vater, seines Vaters Blöße sah, sagte er’s seinen beiden Brüdern draußen. Da nahmen Sem und Jafet ein Kleid und legten es auf ihrer beider Schultern und gingen rückwärts hinzu und deckten ihres Vaters Blöße zu; und ihr Angesicht war abgewandt, damit sie ihres Vaters Blöße nicht sähen.

Moment mal. Habe ich mich vielleicht doch im Text geirrt? Nein. Ich denke tatsächlich, dass diese absurde Geschichte viel darüber erzählt, was Kirche sein könnte. Dazu drei Gedanken.

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Was macht eine gute Vision aus? 4 Faktoren

Ob die Formulierung einer Vision gelungen ist, ist nicht bloß eine Sache des Bauchgefühls. Denn ein Forschungsteam hat Kriterien entwickelt, an denen sich die Qualität einer Vision messen lässt.

© patpitchaya / FreeDigitalPhotos.net

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Wer eine Kirchengemeinde erfolgreich leiten will, der braucht dafür vor allem eine leidenschaftliche Vision. Das hat der deutschsprachigen „Gemeindeleitungs-Szene“ keiner so sehr wie der US-amerikanische Pastor Bill Hybels (Willow Creek Community Church) eingeimpft. Seine Definition einer Vision:

Eine Vision ist ein Bild von der Zukunft, das Leidenschaft freisetzt.

Natürlich geht gute Gemeindeleitung nicht darin auf, an und mit Visionen zu arbeiten. Ebenso birgt jener „visionär-charismatische“ Leitungsansatz natürlich seine Gefahren. Aber zahlreiche Studien belegen dennoch: Eine verantwortete Arbeit mit und an Visionen gehört zu den wirkungsvollsten Führungstools.

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Darf ich mir in der Gemeindearbeit eigentlich Ziele setzen?

Dürfen wir uns in der Gemeindearbeit eigentlich Ziele setzen? An dieser Frage scheiden sich oftmals die Geister. In der einen Ecke stehen die deutlichen Befürworter. Sie irritiert schon die Frage an sich. Worin sollte hier denn ein Problem liegen?

© pakorn / FreeDigitalPhotos.net

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In der anderen Ecke positionieren sich die scharfen Kritiker. Sie befürchten, dass wir oftmals in einen „Machtbarkeitswahn“ verfallen. Sie monieren, dass wir mit menschlichen Mitteln das zu schaffen versuchen, was eigentlich nur Gott schenken kann.

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Was tun, wenn meine Vision an der Wirklichkeit scheitert?

Frust! Mein Traum zerschellt an den Klippen der Realität. Aufgeben oder weitermachen? Bei aller Enttäuschung, es gibt zwei mutmachende Dinge, die dieser Frust mit sich bringen kann.

© sattva / FreeDigitalPhotos.net

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Ein Manager rauft sich die Haare. Die Unternehmensvision steht zwar auf dem Papier, aber im Angesicht der Realität erscheint sie als vermessene Träumerei. Ab in den Papierkorb? Für eine Fahrlehrerin wird sich der Traum von der Selbstständigkeit wohl auch in diesem Jahr nicht erfüllen. Den Traum an den Nagel hängen? Ein Pastor treibt die Kluft zwischen seinem Idealbild von Gemeinde und der wahren Wirklichkeit zur Verzweiflung. Wird sich nie etwas ändern?

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