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Der nackte, betrunkene Noah und mein Traum von Kirche

Was für eine Vision von Kirche haben Sie? Ich habe meine ganz eigene. Sie hat mit einem betrunkenen, nackten Mann zu tun.

Visionen sind wichtig. Sie sind Zukunftsbilder, die in uns Leidenschaft wecken. Dazu gibt es viele biblische Texte, die uns zum Träumen ermuntern. Sie malen uns vor Augen, wie Kirche sein könnte. Weit vorne im Rennen biblischer Visions-Texte ist sicherlich Apostelgeschichte 2. Die ersten Christen leben gemeinschaftlich zusammen und haben offene Häuser. Sie teilen und beten gemeinsam.

© günther gumhold / pixelio.de

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Viele Gemeinden wollen so leben, wie es in Apostelgeschichte 2 beschrieben wird. Im amerikanischen Kontext gibt es sogar Kirchen, die sich als eine „acts 2“-church bezeichnen.

Natürlich können auch andere biblische Texte zu einem Traum von Kirche inspirieren. Die Aussendungsrede an die Jünger in Lukas 10 zum Beispiel. Das wäre die Vision von einer Gemeinde, die aufbricht, unterwegs ist und zu den Menschen geht.

Mein persönlicher Visions-Text ist jedoch ein anderer. Es ist eine kleine, schräge Episode, die sich in 1. Mose 9 abspielt. Hier heißt es:

Die Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, sind diese: Sem, Ham und Jafet. Ham aber ist der Vater Kanaans. Das sind die drei Söhne Noahs; von ihnen kommen her alle Menschen auf Erden. Noah aber, der Ackermann, pflanzte als Erster einen Weinberg. Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag im Zelt aufgedeckt. Als nun Ham, Kanaans Vater, seines Vaters Blöße sah, sagte er’s seinen beiden Brüdern draußen. Da nahmen Sem und Jafet ein Kleid und legten es auf ihrer beider Schultern und gingen rückwärts hinzu und deckten ihres Vaters Blöße zu; und ihr Angesicht war abgewandt, damit sie ihres Vaters Blöße nicht sähen.

Moment mal. Habe ich mich vielleicht doch im Text geirrt? Nein. Ich denke tatsächlich, dass diese absurde Geschichte viel darüber erzählt, was Kirche sein könnte. Dazu drei Gedanken.

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Was macht eine gute Vision aus? 4 Faktoren

Ob die Formulierung einer Vision gelungen ist, ist nicht bloß eine Sache des Bauchgefühls. Denn ein Forschungsteam hat Kriterien entwickelt, an denen sich die Qualität einer Vision messen lässt.

© patpitchaya / FreeDigitalPhotos.net

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Wer eine Kirchengemeinde erfolgreich leiten will, der braucht dafür vor allem eine leidenschaftliche Vision. Das hat der deutschsprachigen „Gemeindeleitungs-Szene“ keiner so sehr wie der US-amerikanische Pastor Bill Hybels (Willow Creek Community Church) eingeimpft. Seine Definition einer Vision:

Eine Vision ist ein Bild von der Zukunft, das Leidenschaft freisetzt.

Natürlich geht gute Gemeindeleitung nicht darin auf, an und mit Visionen zu arbeiten. Ebenso birgt jener „visionär-charismatische“ Leitungsansatz natürlich seine Gefahren. Aber zahlreiche Studien belegen dennoch: Eine verantwortete Arbeit mit und an Visionen gehört zu den wirkungsvollsten Führungstools.

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