Tag Archive | Gemeinde

„Christsein heißt Teil der Mannschaft Jesu zu werden“ – Der Erfahrungsbericht eines geistlichen Fußballspielers

Es kommt nicht auf den Kritiker an; nicht auf den Mann, der erklärt, warum der starke Mann gestrauchelt ist oder wie ein Mann der Tat es hätte besser machen können. Der Lorbeer gebührt dem Mann, der tatsächlich in der Arena steht, dessen Gesicht mit Staub und Schweiß und Blut verschmiert ist; der tapfer strebt; der sich irrt, wieder und wieder scheitert, weil es kein Fortkommen ohne Irrtum und Fehler gibt; der sich tatsächlich bemüht, das Nötige zu tun; der den großen Enthusiasmus und die wahre Hingabe kennt; der für eine Sache, die es wert ist, alles gibt; der im besten Falle schließlich den Triumph einer großen Leistung kennen lernt und im schlimmsten Fall scheitert, weil er Großes gewagt hat, so dass sein Platz niemals bei den kalten, furchtsamen Seelen ist, die weder Sieg noch Niederlage kennen.

Dieses berühmte Zitat des US-amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt ziert inzwischen nicht nur als Tattoo den Körper von Miley Cyrus, es sind auch Worte, die mir in der Literatur zu „Führen und Leiten“ immer wieder begegnet sind. Es sind inspirierende Worte. Sie machen Mut, alles zu geben. Ich will doch nicht der zuschauende Kritiker sein. Ich will der sein, der in der Arena des Lebens alles gegeben hat.

© tungphoto / FreeDigitalPhotos.net

© tungphoto / FreeDigitalPhotos.net

Ich dachte lange Zeit, mit dem Christsein wäre es ganz ähnlich. Da gibt es viele Menschen, die wie diese Zuschauer sind. Sie kritisieren aus der Ferne, ohne selbst etwas zu riskieren. Es sind die Menschen, die vielleicht an Weihnachten mal zum Gottesdienst auftauchen und am Stammtisch immer etwas an der Kirche herumzunörgeln haben. Aber ein echtes Leben mit Gott riskieren sie nicht.

Weiterlesen …

Was macht eine gute Vision aus? 4 Faktoren

Ob die Formulierung einer Vision gelungen ist, ist nicht bloß eine Sache des Bauchgefühls. Denn ein Forschungsteam hat Kriterien entwickelt, an denen sich die Qualität einer Vision messen lässt.

© patpitchaya / FreeDigitalPhotos.net

© patpitchaya / FreeDigitalPhotos.net

Wer eine Kirchengemeinde erfolgreich leiten will, der braucht dafür vor allem eine leidenschaftliche Vision. Das hat der deutschsprachigen „Gemeindeleitungs-Szene“ keiner so sehr wie der US-amerikanische Pastor Bill Hybels (Willow Creek Community Church) eingeimpft. Seine Definition einer Vision:

Eine Vision ist ein Bild von der Zukunft, das Leidenschaft freisetzt.

Natürlich geht gute Gemeindeleitung nicht darin auf, an und mit Visionen zu arbeiten. Ebenso birgt jener „visionär-charismatische“ Leitungsansatz natürlich seine Gefahren. Aber zahlreiche Studien belegen dennoch: Eine verantwortete Arbeit mit und an Visionen gehört zu den wirkungsvollsten Führungstools.

Weiterlesen …

Was macht eine gute Predigt aus? Rettungsringe statt Schwimmunterricht!

Ein Mann schreit um Hilfe. Die Wellen schäumen immer wieder über seinen Kopf hinweg. Panisch bewegt er Arme und Beine. Er versucht sich irgendwie über Wasser zu halten. Hätte er doch als Kind nur Schwimmen gelernt. Da hört er die Stimme eines anderen: „Los, streng dich mehr an! Paddel mit deinen Beinen! Beweg Deine Arme gleichmäßig! Gut, weiter so!“

© koratmember/FreeDigitalPhotos.net

© koratmember/FreeDigitalPhotos.net

Was für ein Unsinn. In einer solchen Situation braucht ein ertrinkender Mann doch keinen Schwimmunterricht, er braucht einen Rettungsring!

Nach Tullian Tchividjian ist es aber genau dieser Unsinn, der unsere gegenwärtige homiletische Landschaft unglücklich prägt. Predigten erteilen ertrinkenden Menschen Schwimmunterricht.

Weiterlesen …

4 Hinweise, um schmerzhaften Kündigungen im Vorfeld entgegenzuwirken

Wer sich schon einmal von einem Mitarbeiter so getrennt hat, dass es für beide Seiten lang und schmerzhaft war, der stellt sich vielleicht eine Frage: Was kann ich das nächste Mal besser machen? Was kann ich tun, um unschönen Kündigungen prophylaktisch entgegenzuwirken? Dieser Beitrag gibt 4 Hinweise.

© Thorben Wengert / pixelio.de

© Thorben Wengert / pixelio.de

Wer die Weiten des Internet durchforstet, der stößt auf viel Literatur zum Thema, wie man Kündigungsprozesse möglichst gelingend gestaltet. Aber muss es immer soweit kommen? Sicherlich lässt sich eine Kündigung nicht immer vermeiden, aber die Chancen lassen sich doch minimieren. Wir fragen deshalb: Was kann ich prophylaktisch im Vorfeld tun? 4 Anregungen.

Weiterlesen …

Im Team trifft man bessere Entscheidungen? Quatsch! – Wenn gemeinsames Leiten dümmer macht

Gemeinsam ist man klüger. Aber stimmt das wirklich? Experten sind sich einig: Der Schuss kann auch nach hinten losgehen. Man trifft gemeinsam eine schlechtere Entscheidung als man sie allein treffen würde. Warum ist das so? Und was kann man dagegen tun? Darum geht es in diesem Beitrag.

© Juergen Jotzo / pixelio.de

© Juergen Jotzo / pixelio.de

Dass man in Gruppen verdummen kann, erlebe ich manchmal ganz praktisch. Da laufe ich mit 15 anderen Menschen quer durch eine Großstadt auf der Suche nach einem passenden Restaurant. Ich laufe gedankenlos der Gruppe hinterher. Der Kopf ist aus. Ich habe trotz eines eigentlich guten Orientierungssinnes keine Ahnung, wo ich nun bin. Hin und wieder werde ich in der Herde also dümmer.

Letztens bin ich auf einen interessanten Beitrag im HBR-Ideacast gestoßen, der ein Interview mit Cass Sunstein zum Inhalt hatte. Der Harvard-Professor erklärte hier, warum Gruppen manchmal schlechtere Entscheidungen treffen und was man dagegen tun kann.

Aber alles der Reihe nach.

Weiterlesen …

Nehmen Sie sich nicht so wichtig, Herr Pastor, und ziehen Sie sich den Talar an!

Die Frage lautet: Sollen Pastoren und Pfarrer eine besondere Kleidung im Gottesdienst oder sogar im Alltag tragen? Gehört der Talar auf die Kanzel oder besser in den Kleiderschrank, die Albe an den Altar oder in die Altkleidersammlung?

Talar

Als ich letztens das wunderschöne und etwas in die Jahre gekommene „Und etliches fiel auf den Fels“ des einstigen schwedischen Bischofs Bo Giertz gelesen habe, bin ich über eine interessante Passage gestolpert. Die möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Hier werden zwar nicht alle Argumente verhandelt, die es zu dem Thema sinnvollerweise in beide Richtungen gibt. Dennoch ist der Abschnitt sehr anregend.

Manchmal wirkt es auf mich so, dass gerade solche Leute ihre Amtskleidung tragen, die sich selbst sehr wichtig nehmen. Giertz argumentiert aber genau andersherum. Wer sich selbst nicht so wichtig nehmen will, der trage besser seine Amtskleidung, wenn er auf die Kanzel geht.

Weiterlesen …

Was tun, wenn Mitarbeiter mein Vertrauen missbraucht haben?

Es sind oftmals die ganz praktischen Dinge: Den Mitarbeitern wird freier Umgang mit dem Unternehmens-Computern gewährt und dennoch wird in der Arbeitszeit privat gesurft. Es verschwindet Büromaterial oder der Firmenwagen wird für andere als die vereinbarten Zwecke genutzt. Vertrauen wird missbraucht.

© Stuart Miles / FreeDigitalPhotos.net

© Stuart Miles / FreeDigitalPhotos.net

Doch manchmal ist die Sache etwas verzwickter. Da wurde einem Mitarbeiter mit viel Vertrauen die Möglichkeit gegeben, sich seine Arbeitszeit flexibel einzuteilen und von zu Hause zu arbeiten. Doch die Leistung lässt nach. Es ist zu befürchten, dass es einen Zusammenhang gibt. Es gibt Gerüchte, der Kollege arbeite nur die Hälfte der Arbeitszeit, wenn es hoch kommt. Wut steigt auf.

Dann gibt es da noch die Situationen, wo Mitarbeiter das Vertrauen zwar nicht direkt „missbraucht“ haben, aber dennoch kein Vertrauensverhältnis vorhanden ist. Da wurde einer Mitarbeiterin die Verantwortung für ein wichtiges Projekt übertragen, aber trotz Mühe ist dabei kaum etwas Sinnvolles herumgekommen. Sie scheint der Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Ich vertraue ihr nicht mehr und werde sie bei verantwortungsvollen Aufgaben das nächste Mal sicher übergehen.

Oder man denkt an diesen einen unnahbaren Mitarbeiter. Bei ihm habe ich stets den Eindruck, dass er etwas Entscheidendes für sich behält und nicht darüber redet. Da stimmt doch etwas nicht! Das verunsichert mich. Eine wichtige Aufgabe werde ich ihm also auch nicht anvertrauen, denn ich habe nicht das Gefühl, ihn wirklich zu kennen.

Weiterlesen …