Tag Archive | Führen

Wann autoritäres Führen sinnvoll ist

Es gibt eine Führung, die hauptsächlich auf Befehlen und Anweisungen beruht. Der Vorgesetzte trifft eine Entscheidung und erwartet von seinen Untergebenen, diese schlicht und einfach umzusetzen. Widerspruch oder gar Kritik am Chef sind alles andere als erwünscht.

Ein solch autoritärer oder direktiver Führungsstil ist heute vollkommen aus der Mode. Und das ist auch gut so. Kaum ein Mitarbeiter möchte unter einem solchen Chef arbeiten. An die Stelle der autoritären Führung in gut preußischer Manier ist vielerorts ein partizipativer und kooperativer Führungsstil getreten.

© Idea go / FreeDigitalPhotos.net

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Mitarbeiter werden in Entscheidungen mit einbezogen. Sie werden um ihre Einschätzung gefragt. Die Führungskraft kommandiert ihre Mitarbeiter nicht, sie unterstützt sie dabei, ihre Arbeit erfolgreich zu erledigen. Ziele werden nicht länger vorgegeben, sondern partnerschaftlich vereinbart. Und die Strategie für die Zukunft wird im Team gemeinsam diskutiert.

Dieser Wandel in der Führungsmentalität ist natürlich zu begrüßen. Keine Frage. Dennoch gibt es aus führungswissenschaftlicher Sicht auch heute noch bestimmte Situationen, in denen ein Schuss dirketiver Führung durchaus sinnvoll sein kann.

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Im Team trifft man bessere Entscheidungen? Quatsch! – Wenn gemeinsames Leiten dümmer macht

Gemeinsam ist man klüger. Aber stimmt das wirklich? Experten sind sich einig: Der Schuss kann auch nach hinten losgehen. Man trifft gemeinsam eine schlechtere Entscheidung als man sie allein treffen würde. Warum ist das so? Und was kann man dagegen tun? Darum geht es in diesem Beitrag.

© Juergen Jotzo / pixelio.de

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Dass man in Gruppen verdummen kann, erlebe ich manchmal ganz praktisch. Da laufe ich mit 15 anderen Menschen quer durch eine Großstadt auf der Suche nach einem passenden Restaurant. Ich laufe gedankenlos der Gruppe hinterher. Der Kopf ist aus. Ich habe trotz eines eigentlich guten Orientierungssinnes keine Ahnung, wo ich nun bin. Hin und wieder werde ich in der Herde also dümmer.

Letztens bin ich auf einen interessanten Beitrag im HBR-Ideacast gestoßen, der ein Interview mit Cass Sunstein zum Inhalt hatte. Der Harvard-Professor erklärte hier, warum Gruppen manchmal schlechtere Entscheidungen treffen und was man dagegen tun kann.

Aber alles der Reihe nach.

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Wie das Evangelium unsere Art verändert, eine Gemeinde zu leiten

Wer in einer Kirchengemeinde Leitungsverantwortung übernimmt, der stellt sich vielleicht Fragen wie diese: „Leitet man in Kirche eigentlich anders?“ oder „Macht es für Menschenführung eigentlich einen Unterschied, dass ich Christ bin?“ Wir versuchen in diesem Beitrag 5 Konsequenzen zu benennen, die der christliche Glaube für Leitungsverantwortliche nach sich zieht. In der Kirche oder am Arbeitsplatz.

© Master isolated images / FreeDigitalPhotos.net

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„Wie soll ich eine Gemeinde leiten?“ Das ist streng genommen eine ethische Frage, denn sie beschäftigt sich mit dem „Sollen“. Evangelische Ethik steht meiner Auffassung nach nun unter dem Leitmotto: „Wie Gott mir, so ich Dir“. Das heißt, es geht weniger darum, Vorschriften und Regeln zu befolgen, sondern die Konsequenzen des Evangeliums für verschiedenste Lebensfragen durchzubuchstabieren. So auch für das Thema Gemeindeleitung.

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„Lasst mich euch eine Geschichte erzählen“ – Leiten als Storytelling

Ein wirkungsvoller Bestandteil von Leitung ist das Erzählen von Geschichten oder neudeutsch „Storytelling“ genannt. Die gegenwärtige Führungsforschung arbeitet mehr und mehr gute Gründe für dieses „Führungsmittel“ heraus. Dabei setzt sich aber auch die Einsicht durch: Es gibt verschiedene Arten von Geschichten und nicht jede ist immer gleich angebracht.

© digitalart / FreeDigitalPhotos.net

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Dass Geschichten spannend und unterhaltsam sein können, war mir irgendwie immer klar. Aber Geschichten bewusst in Leitungsprozessen einzusetzen, davon habe ich bisher wenig gebraucht gemacht. In letzter Zeit habe ich mich aber intensiver mit dem sogenannten „Storytelling“ beschäftigt und bin summa summarum auf die folgenden 6 Gründe gestoßen, die für eine Verwendung von Geschichten sprechen:

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Mehr aus den Büchern herausbekommen, die ich lese

In meinem Theologiestudium war das Lesen manchmal mehr Frust als Lust. Viel habe ich gelesen. Und eigentlich auch gerne. Doch oftmals stellte sich ein bestimmte Erfahrung ein: Nach wenigen Tagen war der Inhalt aus meinem Kopf verschwunden. Da hätte ich mir die Stunden der Lektüre ja auch gleich schenken können! Ich denke mir: Es müsste doch irgendwie anders gehen.

© Serge Bertasius Photography / FreeDigitalPhotos.net

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Dabei ist das Lesen ja so wichtig. Besonders für all die Menschen, die in irgendeiner Form Leitungsverantwortung übernehmen. Da gibt es dieses Sprichwort: „Leaders are readers.“ Und Charlie Tremendous Jones hat einmal gesagt:

You will be the same person in five years as you are today except for the people you meet and the books you read.

Bücher prägen unser Denken und verändern unser Handeln. Deshalb ist doch völlig legitim, sich einmal die Frage zu stellen: “Wie kann ich mehr aus den Büchern herausbekommen, die ich lese?”

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„Was tun, wenn ich als Führungskraft nichts verändern kann?“

Es ist doch zum Mäusemelken! Man gibt sich als Führungskraft so viel Mühe und es scheint keinen Unterschied zu machen. Was tun? Hinschmeißen? Vielleicht wäre es nun hilfreich nun einer ganz anderen Ebene anzusetzen: Bei den Werten.

© imagerymajestic / FreeDigitalPhotos.net

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Ich selbst habe es schon öfters erlebt, dass man als Führungskraft nichts zu verändern scheint. Da gibt es eine neue Strategie, einen neuen Plan, von dem ich sehr überzeugt bin. In einer Sitzung stelle ich verschiedenen Mitarbeitern diese neue Strategie begeistert vor. Überall Kopfnicken. Jeder scheint einverstanden. Der ein oder andere kann in meine Begeisterung sogar einstimmen. Ich bin zufrieden.

Doch nach einigen Wochen und Monaten stellt sich bei mir langsam die Enttäuschung ein. Nichts hat sich verändert. Keiner der Mitarbeiter setzt die Strategie wirklich um. Jeder fährt weiterhin den alten Stiefel. Die neue Idee ist einfach verpufft.

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Der so wichtige Unterschied zwischen „Downloading“ und Zuhören

Einen Download kennen wir alle von der Arbeit am PC. Aber weißt Du, was der Begriff in der Gesprächsführung bezeichnet? Zwischen Downloading und richtigem Zuhören liegt ein gewaltiger Unterschied. Und wer das Downloading nicht zu vermeiden lernt, der trifft in Summe schlechtere Entscheidungen.

© hyena reality / FreeDigitalPhotos.net

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Mitarbeiter: „Wir haben da ein Problem mit dem Kunden Meier.“

Chefin: Sie denkt sich: „Wir? Nein, Sie haben ein Problem, weil Sie wieder einmal zu blöd für die einfachste Arbeit sind.“ Sie sagt aber laut: „Was gibt’s denn diesmal?“

Mitarbeiter: „Herr Meier hat dringende Änderungswünsche im Projekt, die er nur direkt mit Ihnen selbst besprechen möchte.“

Chefin: „Gut, dann rufe ich ihn an.“ Sie denkt sich aber: „Sieh einer an. Nicht nur ich, sondern auch Herr Meier hält Sie für inkompetent. Das war’s. In Zukunft werde ich Ihnen keine Verantwortung mehr übertragen.“

Wir verlassen das kurze Gespräch. Was ist hier gerade passiert? Der Führungsexperte Claus Otto Scharmer würde das Zuhörverhalten unserer Chefin wohl als Downloading bezeichnen. Aber was ist Downloading?

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