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Predigt #4 Johannes 20,11-18 (21.4.2019)

Predigttext: Johannes 20,11-18

Datum: 21. April 2019

Ort: Kreuzkirche Kirchdorf (Ostersonntag)

 

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Christuszentriert ist nicht gleich christuszentriert. Wenn Jesus zur Mogelpackung wird

Christuszentriert. Das ist in frommen Kreisen ein Gütesiegel. Es ist mitunter genuiner Ausdruck des eigenen evangelischen Profils. Jesus soll im Mittelpunkt stehen. So singt man es in zahlreichen Lobpreisliedern („Sei Du der Mittelpunkt in meinem Leben!“). Und ich erinnere mich noch lebendig daran, wie Pastor Bill Hybels auf einem Willow-Creek Kongress vereinfacht gesagt so etwas wie „4 Stufen des Christseins“ vorstellte. Die höchste Stufe waren dabei natürlich die „Christuszentrierten“.

© Naypong / FreeDigitalPhotos.net

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Mir ist vor kurzem das Selbstmanagementbuch „Do more better“ von Tim Challies in die Hände gefallen. Sein Weg zu mehr Produktivität will bewusst christlich sein. Dazu müsse man als Christ zunächst einmal den Sinn seines Lebens kennen. Dieser bestehe darin, Gott mit meinem Leben durch gute Taten die Ehre zu geben. Nicht ich sei der Mittelpunkt meines Lebens, sondern Gott. Das gelte für ausnahmslos alle Lebensbereiche. Gott die Ehre zu geben – Das sei im Übrigen auch der eigentliche Sinn der Rettungstat Christi: „God saved you so that you could do good works and in that way bring glory to him.“

Da dämmerte es mir. Christuszentriert ist nicht gleich christuszentriert. Es gibt vielmehr zwei grundsätzlich verschiedene Arten von Christuszentrierung. Da gibt es zum einen die Christuszentrierung im Modus des Gesetzes und zum anderen die Christuszentrierung im Modus des Evangeliums.

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Soll ich einen starken oder einen schwachen Christus predigen?

Wie reden wir vom Kreuz Christi? Predigen wir einen „schwachen Christus“, der verlassen das Leid der Welt trägt oder predigen wir einen „starken Christus“ der siegreich triumphiert? Ich will in diesem Beitrag behaupten, dass Nummer 2 meist unterschätzt wird. Zu Unrecht.

© bela_kiefer / FreeDigitalPhotos.net

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Das Folgende hat dabei nur den Charakter eines „ersten Entwurfes“. Mich hat der Gedanke aber in den letzten Tagen sehr gefesselt. Man müsste wohl noch viel mehr Differenzierungen vornehmen. Dann würde dieser Beitrag aber 10x so lang werden. Ich hoffe deshalb, dass der geneigte Leser mir manche Einseitigkeiten verzeiht und die wesentliche These dennoch deutlich wird.

Wenn wir über das Kreuz Christi predigen, dann lassen sich idealtypisch zwei Christus-Bilder voneinander unterscheiden:

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