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7 Dinge, die ich von Otto Waalkes über das Predigen gelernt habe

In seinem „Wort zum Montag“ parodierte Otto Waalkes nicht nur das „Wort zum Sonntag“, sondern auch ein gutes Stück weit verbreiteter homiletischer Realität. Zwar ist dieses kleine Stück Satire inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, in gewisser Hinsicht hat es dennoch einen zeitlosen Charakter. Hier das kurze Video:

So manch einer wird ein gutes Stück sonntäglicher Realität wiedererkennen. Das ist sicherlich kein Zufall, denn Ottos Eltern waren Baptisten und Waalkes brachte, wenn man dem Internet Glauben schenken darf, wohl einige Stunden seiner Kindheit in der Kirche zu.

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Ethisch über Frieden predigen – Die Geschichte eines Piloten im Zweiten Weltkrieg

Ich finde es gar nicht so einfach, ethisch zu predigen. Denn dabei lauern so manche Gefahren. Besonders jene der Gesetzlichkeit. Eine Predigt wird dann gesetzlich, wenn aus der guten Botschaft ein guter Ratschlag wird.

Auch wenn das Zentrum des christlichen Glaubens mit Ethik darum nichts am Hut hat, bleibt das Evangelium nicht ohne ethische Konsequenzen. Wohlgemerkt: Es sind jedoch Konsequenzen, keine guten Ratschläge. Christliche Ethik ist darum eine Ethik der Konsequenz. Sie verfährt nach dem Grundsatz: „Wie Gott mir, so ich Dir.“

© artur84 / FreeDigitalPhotos.net

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Das gilt es für verschiedenste Lebensthemen durchzubuchstabieren. Vor einiger Zeit habe ich das einmal für das Thema „Frieden und Versöhnung zwischen Menschen“ versucht.

Auf der Suche nach einem guten Beispiel des Schemas „Wie Gott mir, so ich Dir“ bin ich überraschend fündig geworden. Zufällig schaute ich Phoenix, wo gerade eine Dokumentation über Fliegerangriffe im Zweiten Weltkrieg lief. In diesem Zusammenhang bin ich auf den Fliegermord zu Rüsselsheim gestoßen.

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Soll ich einen starken oder einen schwachen Christus predigen?

Wie reden wir vom Kreuz Christi? Predigen wir einen „schwachen Christus“, der verlassen das Leid der Welt trägt oder predigen wir einen „starken Christus“ der siegreich triumphiert? Ich will in diesem Beitrag behaupten, dass Nummer 2 meist unterschätzt wird. Zu Unrecht.

© bela_kiefer / FreeDigitalPhotos.net

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Das Folgende hat dabei nur den Charakter eines „ersten Entwurfes“. Mich hat der Gedanke aber in den letzten Tagen sehr gefesselt. Man müsste wohl noch viel mehr Differenzierungen vornehmen. Dann würde dieser Beitrag aber 10x so lang werden. Ich hoffe deshalb, dass der geneigte Leser mir manche Einseitigkeiten verzeiht und die wesentliche These dennoch deutlich wird.

Wenn wir über das Kreuz Christi predigen, dann lassen sich idealtypisch zwei Christus-Bilder voneinander unterscheiden:

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„Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ – Die Frage unserer Zeit!

Das Herzstück der Theologie Martin Luthers war die Rechtfertigungslehre. Sie lässt sich in vielerlei Hinsicht nur verstehen als eine Antwort auf die Ausgangsfrage dieses Mönches: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“

© Hansjörg Keller  / pixelio.de

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Er war von Selbstzweifeln zerfressen und hatte stets den richtenden und strafenden Gott vor seinem inneren Auge, den er trotz all seiner Anstrengungen nicht milde stimmen konnte. Doch dann kam die reformatorische Entdeckung: Den gnädigen Gott bekomme ich durch keine meiner eigenen Leistungen. Er wird mir geschenkt. Weil Jesus Christus das tat, was ich nicht tun konnte, stehe ich nun gerecht vor einem mir gnädigen Gott.

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Warum es gar nicht so schwer ist, auch zu leben, was man predigt

Damit Kirche glaubwürdig sein kann, darf die Kluft zwischen dem, was sie sagt und dem, was sie lebt, nicht zu groß sein. In diesem Beitrag geht es darum, wie genau das gelingen kann… und warum es gar nicht so schwer ist.

© David Castillo Dominici / FreeDigitalPhotos.net

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Viele Menschen stehen unseren Kirchen skeptisch gegenüber. Ein Grund dafür ist, dass man die Kirchen und ihre Amtsträger nicht für glaubwürdig hält. Von den Kanzeln wird hohe Moral gepredigt. Die Realität sieht aber oftmals ganz anders aus.

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Was macht eine gute Predigt aus? – 7 Grundsätze

Ab September beginnt mein Vikariat in der ev.-luth. Kirche in Norddeutschland. Darauf freue ich mich sehr! Für mich wird das auch bedeuten regelmäßig zu predigen. Eine echte Herausforderung.

Ich finde, dass ist ein guter Anlass, um mir einmal selbst klar zu machen, was für mich eigentlich eine gute Predigt ausmacht. Was sind die Grundsätze, an die ich mich selbst beim Reden von der Kanzel halten möchte?

© sippakorn / FreeDigitalPhotos.net

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Wahrscheinlich formuliere ich diese Grundsätze momentan sehr idealistisch. Hier wird sich manches in der Praxis bestimmt verschieben und vielleicht sogar verändern.

Das Folgende ist also keineswegs in Stein gemeißelt. Aber über seine eigenen Grundsätze zu reflektieren, an die man sich bewusst oder auch unbewusst hält, ist dennoch eine hilfreiche Übung.

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Sieben Wochen ohne „Gott“? – Zur Predigt-Fastenaktion „ohne Große Worte“

Halleluja! Die Fastenzeit ist zu Ende. Und mit ihr ist auch die Aktion des „Zentrum für evangelische Predigtkultur“ vorbei. Sie hieß „ohne Große Worte“. Die Idee: Prediger sollten einmal sieben Wochen auf so manche „große Worte“ verzichten und sich in sprachlicher Genügsamkeit üben. Dazu erschien eine Art „rote Liste“ mit 49 Beispielen (Hier dazu mehr).

© stockimages / FreeDigitalPhotos.net

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Hier fand man Worte wie „Frieden“, „Wahrheit“, „Kreuz“ und eben auch „Gott“. So wie ich das Anliegen verstanden habe, ging es keineswegs darum, diese Worte grundsätzlich aus dem pastoralen Vokabular zu streichen, sondern sie durch einen temporären Verzicht neu zur Klarheit zu bringen, indem man den Inhalt mit anderen Worten auf den Punkt bringt.

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