Wohin gehst Du, lutherische Kirche? Mein Zukunftstraum.(Vortragsmanuskript)

(Hier stelle ich mein Manuskript zu Verfügung. Der Vortrag wurde vor der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordkirche im Dezember 2017 gehalten. Man möge diesen Kontext bei der Einordnung der Gedanken berücksichtigen. Ich habe nicht unähnliche Gedanken bereits an anderer Stelle vorgetragen. Es handelt sich nur um eine Manuskript. Eine überarbeitete Fassung wird bald publiziert werden. Viel Freude beim Lesen!)

500 Jahre Reformation

10 Jahre Reformationsfeierlichkeiten sind vorbei. Die große Reformationsdekade liegt hinter uns. Ich weiß nicht, wie es Ihnen damit erging, aber ich fand dieses Jubiläum in Summe ausgesprochen langweilig. Noch langweiliger fand ich nur Kommentare zum Reformationsjubiläum, die diese Langeweile monierten. Ich habe kaum einen dieser Kommentare zu Ende gelesen.

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Um also nicht in die gleiche Falle zu tappen, mache ich damit an dieser Stelle Schluss, was das Reformationsjubiläum angeht. Nur so viel: Vor knapp 1,5 Jahren saßen wir im Kreis der Vikare der Nordkirche zusammen. Wir überlegten, welchen Referenten wir einmal zu uns einladen wollten. Und ich weiß noch genau, wie ein Vikar vorschlug: „Lasst uns doch jemanden von der EKD einladen und nachfragen, ob es irgendwelche Pläne dafür gibt, was nach 2017 kommt. Wenn der letzte Rückblick auf Luther gehalten wurde, das letzte Sektglas abgewaschen. Was eigentlich dann? Wie geht es in Zukunft mit der Kirche weiter? Denkt irgendjemand auch daran?

Und ich dachte: „Gute Frage.“ Es ist genau die Frage, über die ich heute mit Euch und Ihnen nachdenken möchte. Die Frage lautet: „Wohin gehst Du, lutherische Kirche?“ Quo vadis, ecclesia lutherana? Mir geht es – wie der Titel verrät – also weniger um die Zukunft von Kirche im Allgemeinen. Ebenso weniger um die Zukunft der evangelischen Kirche, sondern um die Zukunft der lutherischen Konfession. Der Kirche, die sich – zumindest nach ihrem offiziellen Selbstanspruch – an Schrift und das lutherische Bekenntnis gebunden weiß.

Das Luthertum und die drei Wege

Also welchen Weg wird die lutherische Kirche in Zukunft einschlagen? So wie ich es beobachte, sind es vor allem drei Wege, die uns dort angeboten werden. Drei Wege, alle sehr unterschiedlich. Aber was mich ehrlicherweise besorgt, tief betrübt und regelmäßig nicht schlafen lässt, ist der Umstand, dass keiner dieser drei Wege nach meiner bescheidenen Meinung sonderlich verheißungsvoll ist. Ich halte sie am Ende des Tages alle drei für Irrwege.

Was sind das also für drei Wege, von denen ich rede? Bevor ich sie beschreibe, noch eine Vorbemerkung: Natürlich gibt es in den Niederungen des Alltags mehr Wege als diese drei, die von Lutheranern eingeschlagen werden. Es gibt unzählige Mischformen, Abzweigungen und Gabelungen innerhalb jener 3 Wege, natürlich auch die einen oder anderen kleineren Trampelpfade und selbstverständlich Einzelne, die unbeirrbar querfeldein laufen.  Aber im Wesentlichen sind es meiner Meinung nach doch diese drei Optionen, die uns Lutheranern zurzeit vor Augen stehen.

Der erste Weg: Christentum und Liberalismus

Den ersten Weg möchte ich den liberalen Weg nennen. Liberal im weitesten Sinne dieses Wortes. Ihn gehen heute die meisten Lutheraner. Es ist der Weg der liberalen Theologie und der liberalen Kirche.

Der inhaltliche Ansatz dieses Weges lautet an die Grenze der Fahrlässigkeit vereinfacht: Gott hat uns und diese Welt geschaffen. Dieser Urgrund allen Seins, für den die Menschheitsgeschichte hunderte schöner Namen gefunden hat, er ist es, der uns liebt, trägt, Geborgenheit schenkt und uns Freiheit atmen lässt. In dieser Liebe erfahren wir, dass wir so wie wir sind, gut sind.

Diese göttliche Liebe macht uns aber auch frei und selbstbestimmt.

Diese Liebe kommt besonders in Jesus zum Ausdruck, aber nicht nur in ihm.

Diese Liebe nimmt uns hinein in einen Prozess, die gute Welt Gottes gemeinsam mit seinem guten Geist in eine bessere zu verwandeln. Diese Liebe treibt uns hin zum leidenschaftlichen Einsatz für eine gerechtere Gesellschaft, für Nachhaltigkeit und Ökologie, treibt uns hin zum mutigen politischen Einsatz für die sozial Schwachen und zum entschiedenen Widerstand gegen Gewalt und Machtmissbrauch. Oder mit einem Liedtext:

Wo Mensch sich verbünden, den Hass überwinden, und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

Das ist die Botschaft, die die lutherische Kirche des ersten Weges prägt.

Für mich ist dieser erste Weg jedoch nicht sonderlich verlockend. Vor allem, weil mir das hier Angebotene zu wenig ist. Die wesentlichen Argumente, die gegen diesen ersten Weg sprechen, hat der amerikanisch-reformierte Theologe John Gresham Machen bereits 1923 in seinem kleinen Büchlein „Christianity and Liberalism“ (deutsch: Christentum und Liberalismus) dargelegt. Dieser auf den ersten Blick etwas langweilige Buchtitel, enthält auf den zweiten Blick jedoch eine gehörige Portion Sprengstoff. Den Machens These lautet, dass das klassische Christentum und der moderne Liberalismus zwei verschiedene Entitäten sind. Christentum und Liberalismus sind zwei grundverschiedene Arten auf die Welt zu gucken. Darum gibt es nach Machen auch kein liberales Christentum, sondern am Ende des Tages nur Christentum und Liberalismus. Und so warnt er bereits 1923 davor, dass die Kirche sich dem liberalen Zeitgeist anpasst.

J.G.Machen

Nach meiner Auffassungen ist Machens Analyse auch heute noch zutreffend, auch wenn sich manches verschoben hat. Wir haben nicht mehr das Problem, dass sich die Kirche „dem Zeitgeist“ anpassen könnte, denn die meisten Menschen, die sich in unseren Kirchen tummeln, kommen bereits vom „Zeitgeist“ her. Ihre grundlegenden Auffassungen über ein gutes Leben, die Selbstbestimmtheit des Individuums, über Erkenntnisprozesse und Wahrheit, über richtig und falsch, gut und schlecht, haben ganz andere Quellen als die Bibel und die klassisch christliche Lehre. Es sind Auffassungen, die oftmals gefühlt und intuitiv da sind. Und das Problematische ist: Diese Quellen sind ihm oder ihr in der Regel verborgen.

Es ist wie in der Geschichte von David Foster Wallace mit den drei Fischen: Schwimmen zwei junge Fische ihres Weg und treffen dabei auf einen älteren Fisch. Fragt der ältere Fisch: „Hallo Jungs, wie ist das Wasser heute?“. Die beiden jungen Fische schwimmen weiter. Nach einer Weile fragt der eine den anderen: „Was zur Hölle ist eigentlich dieses Wasser?“

Der Liberalismus ist für all die, die auf dem ersten Weg auf der Reise sind, so selbstevident und selbstverständlich wie für den Fisch das Wasser. Vielleicht kann man schon deshalb mit dem Wort Zeitgeist hier wenig anfangen. Und das macht Kommunikationsprozesse, die diesen ersten Weg in Frage stellen, so ungemein schwierig.

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Denn der Reisende auf dem ersten Weg wird diese These Machens entschieden abstreiten. Er wird entgegenhalten: Mein liberaler Weg ist doch gerade der christliche Weg. Alles, was ich glaube und tue, beruht doch auf Grundlagen, die ich auch in der Bibel finde. Da könnte man entgegenhalten: „Das mag sein, aber dafür blendest du vieles, anderes aus, was eben auch in der Bibel steht.“ Dann wird er antworten: „Das tut doch jeder. Die Bibel ist ein vielfältiges Buch, hier wählt jeder aus und mein Kriterium ist eben die Liebe.“

Der Streitpunkt mit den Vertretern des ersten Weges ist heute wie vor 50 Jahren die Bibel. Aber es geht nicht länger in erster Linie um die Frage der Autorität der Bibel (denn auch zu ihr würden sich die meisten Vertreter des ersten Weges bekennen), sondern es geht um die Frage nach ihrer Klarheit, was die alten Dogmatiker die claritas oder perspicuitas scripturae nannten. Also die Frage, ob die Bibel klar und deutlich sagt, was wir tun und glauben sollen.

Im ersten Weg wird diese Frage verneint. Jeder wählt doch aus der Bibel aus. Und mein Verdacht wäre, dass die Kriterien, die hier im ersten Weg der Auswahl zugrunde liegen, ganz wo anders her kommen. Nebenbei bemerkt heißt das alte Wort Häresie nichts anderes als „Auswahl“.

Über diese Darstellung des ersten Weges hinaus wäre nun eine kritisch-argumentative Auseinandersetzung notwendig. Doch die will ich hier nicht führen. Aus dem schlichten Grund, dass bei dem Publikum, das heute hier anwesend sein dürfte, vermutlich niemand überzeugt werden muss, dass der erste Weg keine ernsthafte Option ist. Sonst wären wir nicht hier.

Wenn ich nun also fortführe und den Morast und Treibsand dieses ersten Weges näher beschriebe, dann hätte das hauptsächlich einen Effekt: Wir führen alle am Ende des Tages nach Hause und wären bestärkt in dem, was wir auch vorher schon wussten. Und das wäre, wie Sie hoffentlich am Ende dieses Vortrages sehen werden, gegenüber meinem eigentlichen Anliegen kontraproduktiv.

Der zweite Weg: Die Evangelikalisierung des Luthertums

Wohin gehst Du also, lutherische Kirche? Es gibt einen zweiten Weg. Ich nenne ihn die „Evangelikalisierung des Luthertums“. Wenn ich mich in der kirchlichen Landschaft umschaue und Gemeinden wie Pastoren nicht liberal sind, sondern im weitesten Sinne „fromm“, dann sind sie in der Regel nicht fromm im Sinne des klassischen Luthertums, weniger bekennend, konfessionell, sondern im weitesten Sinne des Wortes „evangelikal“.

Ein je vor Ort etwas anders gelagerter Mix aus Elementen des Pietismus, des klassischen Evangelikalismus, mit einem kleinen oder größeren charismatischen Schuss. Man sagt sich: „Wenn die lutherische Kirche eine Zukunft haben will, dann muss sie von anderen, lebendigeren Formen des Christentums lernen. Dann müssen wir von den Freikirchen lernen!“ Man kann doch so viel von den wachsenden Megakirchen lernen, was Gemeindeaufbau angeht. Zum Beispiel, was modernere Gottesdienste angeht. Wo die Predigten auch lebenspraktischer sind. Aus dem Evangelikalismus übernimmt man die Konzepte von geistlichem Wachstum und Jüngerschaft. Und von den Charismatikern die Lebendigkeit in der Gottesbegegnung. Ich bin mir sicher, dass es mehr Lutheraner gibt, die auf der Mehr-Konferenz des römisch-katholischen Charismatikers Johannes Hartl sind und im Lobpreis Gott begegnen, als solche, die ihre Bekenntnisschriften lesen.

Das Problem mit dem zweiten Weg ist nur. Es klappt leider nicht, irgendwo nur Formen zu übernehmen, man übernimmt immer auch Inhalte. Um es klar zu sagen: Ich bin überhaupt nicht gegen wachsende Gemeinden und es gibt meines Erachtens auch keine biblischen Argumente gegen die Gitarre im Gottesdienst an und für sich. Aber warum ich diesen zweiten Weg nicht gehen will, – und das weiß ich aus eigener biographischer Erfahrung – ist, dass dieser letzten Endes in irgendeiner Form von dem mündet, was wir Lutheraner Gesetzlichkeit nennen. Einer geistlich schädlichen Vermischung von Gesetz und Evangelium. Offensichtlich oder unbewusst entsteht ein ungesunder geistlicher Druck.

Da können sich verschiedene Baustellen auftun: Vielleicht spüre ich Gott im Lobpreis nicht mehr so, wie es alle anderen anscheinend tun. Ich höre Sonntag für Sonntag, dass Gott unser Leben verändern will, aber ich bleibe Woche für Woche der gleiche alte Sünder. Es wird nicht besser. Vielleicht habe ich mal gehört, dass die Gemeinde die Hoffnung der Welt ist, aber meine Gemeinde ist zu 95% Frust. Vielleicht bin ich die ewigen praktischen To-Do-Listen aus Predigten und Bibelarbeiten leid, denn nichts davon hat bisher wirklich funktioniert. Auf dem zweiten Weg geht es oftmals nur um Jesus, aber weniger um Jesus als Gabe, sondern als Aufgabe, unser Leben nach ihm auszurichten.

Ich glaube, dass das klassische Luthertum an diesen Stellen einfach gesünder ist. Aus dem einfachen Grund, dass das klassische Luthertum nichts anderes ist als das klassische, biblische Christentum. Warum, will ich später noch näher ausführen.

Der dritte Weg: Der einsame Weg des Rückzugs

Wohin gehst Du also, lutherische Kirche? Wenn Lutheraner heute nicht den ersten Weg zum Liberalismus gehen wollen und auch nicht den zweiten Weg des Evangelikalismus, sondern klassische, bekennende Lutheraner bleiben wollen, dann entscheiden sie sich für den dritten Weg.

Und dieser dritte Weg lautet Rückzug. 180 Grad Kehrtwende und dann Augen zu und durch. Und Junge, sind wir Lutheraner gut darin.

Ist doch egal, ob es noch irgendjemand anderen interessiert, wir bleiben bei dem, was wir immer schon gemacht haben, egal ob wir eine jüngere Generation damit ansprechen oder nicht.

Ich befürchte, dass die meisten von uns am ehesten zu diesem dritten Weg neigen könnten. Ich selbst bin auch einer davon, darum kann ich hier auch selbstkritisch sein. Aber ein Blick auf den Altersschnitt in dieser Runde könnte ein Hinweis sein, dass diese Strategie nicht ganz so zukunftsweisend ist.

Wir bekennenden, klassischen Lutheraner sind gut darin, den dritten Weg in einen einsamen Wald einzuschlagen. Aber wir legen auf dem Weg selten eine Spur, dass uns irgendjemand folgen und mitgehen könnte.

Ich muss allerdings zugeben, dass in diesem dritten, einsamen Weg eine eigentümliche Art der Romantik liegt. Eine Romantik, die man aus Filmen kennt, wo es irgendwo einen alten Mönch, einen alten Gelehrten, Ritter oder Jedi-Meister gibt, einen Experten für eine fast ausgestorbene, aber geheimnisvolle und mächtige Kunst. In unserem Fall, für das Luthertum.

Aber ich will mich dieser Romantik nicht zu sehr hingeben.

Wir bekennenden Lutheraner neigen leider viel zu sehr dazu, in  unserer eigenen kleinen Welt, unserer bubble zu leben. Jemand hat einmal scherzhaft gesagt: Es ist in unserer Zeit leichter einen Schüler von Harry Potters Zauberschule Hogwarts zu finden als einen bekennenden Lutheraner. Vielleicht ist da etwas dran.

Auch ist dieser dritte Weg des Rückzugs aus geistlichen und theologischen Gründen gefährlich. Denn wer aus lauter Angst vor einer Anpassung an „den Zeitgeist“, die Aufgabe verweigert, das Christentum so darzustellen, dass es Menschen aus unserer Zeit verstehen können, der begibt sich womöglich in die Gefangenschaft des Zeitgeistes früherer Zeiten. Es gibt nämlich keine zeitlose Form des Christentums.

Der Traum von einem Luthertum des vierten Weges

Das sind die drei Wege, die mir vor Augen stehen. Aber ich sehne mich so sehr nach einem vierten Weg. Es muss doch für das Luthertum einen vierten Weg in die Zukunft geben. Das wäre mein Traum. Und ich suche so sehr nach Menschen, die mitträumen. Von einem Luthertum des vierten Weges. Von einem Luthertum, das so fest in Bibel und Bekenntnis verwurzelt ist, dass die Stürme der Zeiten diesen festen Baum nicht ausreißen können.

Und ein Luthertum das gleichzeitig die Menschen unserer Zeit erreicht, erreicht mit dem Evangelium von Jesus Christus, ohne dieses Evangelium –liberal oder evangelikal – subjektiv aufzulösen.

Wie könnte so ein vierter Weg aussehen? Ich will die mir verbleibende Zeit dafür nutzen, diesen vierten Weg zu skizzieren. Meine Promotion im Fach „Praktische Theologie“ war im Bereich der Kybernetik angesiedelt, der Leitung. Ich bin es also gewohnt in Mustern zu denken wie: „7 Schritte zu xy“ oder „5 Prinzipien für abc“.

Und ich habe für diesen Vortrag mehrere Anläufe genommen, so etwas auch für ein Luthertum des vierten Weges zu entwickeln. Aber ich will ehrlich sein. Auf eine richtig gute Marschroute hin zu dem Land, wo endlich wieder Milch und Honig fließt, bin ich dabei nicht gekommen.

Ich denke: Vielleicht ist der vierte Weg eher vergleichbar mit einer kleinen Geschichte, die der römisch-katholische Schriftsteller Gilbert Keith Chesterton einmal erzählte. Die Geschichte handelt von einem Abenteurer aus England, der auszog, um in der Ferne, in der geheimnisvollen Südsee eine bisher unentdeckte Insel zu entdecken, zu erobern. Also machte er sich auf den Weg und segelte los. Doch weil sich in seine Kursberechnung ein Fehler einschlich, kam unser Abenteuer nicht in der Südsee an, sondern sah auf einmal eine wunderschöne Insel vor Augen, die wieder England war. Der Abenteurer wusste das aber nicht. Und so ging er heroisch an Land und hisste die englische Flagge… in seiner Heimat.

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Genauso geht es mir mit dem Luthertum. Das ist meine Geschichte. Ich war auf der Suche nach einer zeitgemäßen, innovativen, theologisch-fundierten, attraktiven Form des Christentums und habe am Ende das entdeckt, was ich auch wenige Meter von Zuhause entfernt an diesem nächsten Kirchturm hätte finden können. Das klassische Luthertum. Ich bin wie der Engländer, der England entdeckt.

Und vielleicht wird es dem Luthertum des vierten Weges ebenfalls so gehen wie diesem Abenteurer.

Vielleicht werden wir ausziehen, weil wir eine frische, zukunftsweisende Form des Luthertums finden wollen und werden wie Generationen vor uns doch nur das entdecken, was wir in Bibel und Bekenntnis finden.

Das wird aber nicht im Sinne des dritten Weges als Rückzug geschehen. Warum nicht? Hierzu noch einmal ein Gedanke von Chesterton. Er merkt an, dass unser englischer Abenteurer von außen betrachtet natürlich eine komische und peinliche Figur abgibt, aber für den Abenteurer selbst muss es doch genial sein.

Denn er hat das Gefühl, die große weite Welt zu entdecken und zu erobern und er hat gleichzeitig das Gefühl, zu Hause zu sein. Wie beneidenswert.

Beim Luthertum des vierten Weges wird es darum gehen, das gute alte Evangelium zu entdecken, wie ein Abenteurer ein fernes Land entdeckt. Und doch kommen wir nur zu Hause an.

Es geht um das gute alte Evangelium. Um Jesus Christus, der wahre Gott, der unser menschliches Fleisch angenommen hat. Der lebte, starb und auferstand, um mich verlorenen und verdammten Menschen zu erlösen, zu erretten aus der Macht des Teufels, der Sünde und der Hölle, nicht durch Gold und Silber, sondern durch sein heiliges Leiden und Sterben. Der mich mit seinem Blut mit dem Vater söhnt hat. Und der alle Tage bei uns ist bis an der Welt Ende.

Der vierte Weg. Das heißt das Evangelium wieder und wieder zu entdecken. Und auch sonst die klassisch lutherische Lehre zu entdecken, die ja wie gesagt keine andere ist als die klassisch-christliche.

Hier wird sich manch einer denken: Wozu braucht es das denn? Aus dem einfachen Grund, dass jeder christliche Lehrsatz nur dazu da ist, dieses eben beschriebene Evangelium in einer bestimmten Frage zu verteidigen. Darum lohnt es sich, um die reine Lehre zu kämpfen. Denn wir kämpfen dabei stets darum, am Sterbebett noch etwas wahrhaft Tröstendes sagen zu können.

Wir haben zum Beispiel diese Woche den Nikolaustag gefeiert. 6. Dezember. Nikolaus ist in der Kirchengeschichte auch dafür berühmt, dass er dafür gekämpft hat, dass Jesus nicht nur gottähnlich ist, sondern gottgleich. Man kann sich fragen, ist das wirklich so wichtig, ob Jesus gottähnlich oder gottgleich ist?

Aber Nikolaus wusste, es geht hier darum, ob Jesus Gott selbst ist oder ob er nur Teil der Schöpfung ist. Und er wusste. Ist Jesus nur ein gottähnlicher Teil der Schöpfung, dann ist Jesus ein Teil des Problems der Sünde und nicht die Lösung für unsere Sünde. Dann könnte uns Jesus nicht retten und wir hätten am Sterbebett keinen Trost. Und deshalb hat er um die Lehre gekämpft, weil es bei der Lehre stets um das Evangelium geht.

Der aufmerksame Zuhörer mag sich nun denken: So wie hier der vierte Weg beschrieben wird, ist er dem dritten doch recht ähnlich. Es ist der Weg hin zum Evangelium und zur lutherischen Lehre, zu Bibel und Bekenntnis. Doch wo liegt der Unterschied?

Der vierte Weg heißt: Wir ziehen uns mit diesem Schatz, den wir als Lutheraner haben, der besser gesagt uns hat, nicht zurück, sondern gehen offensiv nach vorne, erstens hinein in die christliche Szene und zweitens hinaus in eine säkulare Welt.

Das fällt uns Lutheranern aber traditionell recht schwer. Wir singen gerne „Eine feste Burg ist unser Gott“, haben aber auch leider die Angewohnheit, dass jenseits der Mauern dieser festen Burg niemand etwas von diesem unglaublichen Schatz mitbekommt, den wir haben.

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Es war kein geringerer als der große lutherische Dogmatiker Johann Gerhardt, der sagte: Der Missionsbefehl bei Matthäi im Letzen sei bereits durch die Apostel erfüllt worden und darum eben nicht unsere Aufgabe. Gerhardt in allen Ehren, aber nicht in diesem Punkt. Wir Lutheraner haben ein schwieriges Verhältnis zur Mission, dazu aufzubrechen und unseren Schatz mit anderen zu teilen.

Aber ich träume von einem Luthertum des vierten Weges, das die christliche Szene wieder entscheidend mitprägt. Dass die geistlichen Erbauungsbücher, die auf den Nachttischen liegen, wieder von Menschen geschrieben werden, die ein klares lutherisches Profil haben. Dass die christlichen Liedermacher und Songwriter fest in lutherischer Theologie verwurzelt sind, weil sich so die schönsten und seelsorglichsten Lieder schreiben lassen. Dass das Christentum, in den sozialen Medien, auf Facebook, Twitter und in Youtube-Videos ein gesundes lutherisches Christentum ist.

Und noch einmal gesagt: Nicht weil an dem Begriff Luthertum irgendetwas hängen würde, sondern weil im lutherischen Bekenntnis das klassische Christentum zu finden ist, das auch am Sterbebett trägt.

Wie kann das gelingen? Wie kann es gelingen, in der christlichen Szene und in einer säkularen Welt, Menschen dazu einzuladen, diesen Schatz gemeinsam mit uns zu entdecken?

Als lutherischer Theologe weiß ich, dass das in jedem Fall nicht durch Imperative und Appelle gelingen wird. Sondern das es anders gehen muss, durch die Schönheit des Evangeliums selbst, dass wir nicht anders können, als von dem zu reden, was wir gehört und gesehen haben.

Und darum will nun skizieren, worin für mich persönlich die Schönheit des Schatzes des Evangeliums liegt, den ich in der lutherischen Tradition gefunden habe. Und zwar, worin dieser Schatz für Christen liegt. Ich glaube ebenfalls, dass wir Menschen mit auf den Weg zu diesem Schatz nehmen können, die mit dem christlichen Glauben kaum etwas anfangen können. Aber das sprengt leider den Rahmen dieses Vortrags. Wenn es euch aber interessieren sollte, dann fragt gerne, in der Zeit, die wir nachher für die Aussprache haben.

Die Attraktivität des vierten Weges für Christen

Also: Es gibt so viele Gründe, warum ich Lutheraner bin und nicht ein Christ einer anderen Konfession. Weil hier der Schatz des Evangeliums funkelt wie sonst nirgends anders.

Weil es hier am Ende immer um das Evangelium von Jesus geht, um das, was Gott für uns in Christus getan hat und tut und nicht um das, was wir tun müssen.

Das möchte ich nur an zwei Beispielen deutlich machen. Zum einen finde ich es so schön, wie das lutherische Bekenntnis betont, dass das Entscheidende nicht in meinem Herzen passiert, sondern in Gottes Herzen. Dass das Entscheidende nicht in mir, sondern außerhalb von mir passiert. Wenn ich als Christ an mir verzweifle, lenkt das lutherische Bekenntnis den Blick darauf, was objektiv für mich gilt.

Warum ist das so wichtig? Wir leben in einer Zeit, wo Menschen nach Erfahrungen und Erlebnissen dürsten, die sie innerlich ausfüllen. Und so geht es auch vielen Christen mit ihrem Glauben. Sie wollen Gott fühlen, ihn spüren und erleben. Und viele christliche Gruppen versprechen ihnen auch genau das.

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Aber ich kenne so viele, die dann unter ganz anderen Erfahrungen leiden. Dass ihr Herz kalt bleibt und sie nichts von der Liebe Gottes spüren können. Dass sie sagen, ich bin Gott seit so langer Zeit nicht mehr begegnet, ich weiß nicht mal, ob ich Glaube, weil es in meinem Herzen einfach nicht „klick“ machen will.

Hier ist die lutherische Lehre so wertvoll und tröstlich: Denn sie sagt: Egal, was in deinem Herzen passiert, das Blut Christi, am Kreuz von Golgatha wurde auch für dich vergossen. Und vielleicht wirst Du Gott in diesem Gottesdienst nicht spüren, aber dort am Altar legt er sich mit seinem Leib und seinen Blut in deinen Mund.

Und wenn Du den Frieden Gottes in dir nicht fühlen kannst, sagt dir dein Pastor zu: Gott hat Frieden mit Dir gemacht. Das steht objektiv fest.

Für die Theologen unter uns: Es ist der Schatz den wir in der Lehre von den Gnadenmitteln, vom verbum externum, der iustitia aliena und in der forensischen Rechtfertigungslehre haben.

Das zweite Beispiel, warum ich als Christ so gerne Lutheraner bin, ist das, was die Theologen das simul nennen. Die lutherischen Theologen sagen, dass der Christ simul iustus et peccator bleibt, zu Deutsch, dass der Christ gleichzeitig ein Sünder und ein Gerechter ist. Warum sollte das wichtig sein?

Wegen dem, wie in bestimmten christlichen Kreisen das Evangelium beschrieben wird. Da heißt es: Werde Christ und Jesus wird dein Leben verändern, Jesus hat die Welt überwunden und du kannst Anteil an seinem Sieg haben. Mit seiner Hilfe kannst du mit der Sünde in deinem Leben endgültig brechen. Jesus heilt deine Beziehungen, macht dein Leben neu.

Das ist natürlich ungemein attraktiv, und es enthält ja auch Wahrheit, aber wir Christen machen doch auch die Erfahrung, dass sich manchmal nichts ändert, das unser Leben und unsere Seele kaputt bleiben und Sünde ein Teil unseres Lebens bleibt.

Nach lutherischer Auffassung findet sich die authentischste Beschreibung des christlichen Lebens im 7. Kapitel des Römerbriefes. Das christliche Leben eilt eben nicht von Sieg zu Sieg, sondern sagt mit Paulus:

Was ich nicht tun will, das tue ich und was ich tun will, das tu ich nicht, ich elender Mensch!

Das ist die authentische Beschreibung des christlichen Lebens. So nüchtern und doch so ehrlich. Das christliche Leben steht eben nicht unter dem Vorzeichen der Herrlichkeit, sondern unter dem Vorzeichen des Kreuzes, und so wie es in Jesaja heißt, dass in Jesus keine Gestalt noch Schönheit war, so ergeht es oftmals auch seinem Jünger. Das christliche Leben ist ein Leben unter dem Kreuz.

Ich finde das ungemein entlastend, denn es nimmt den ganzen Druck raus von falschen Vorstellungen eines christlichen Lebens, die sonst so durch die Christenheit wabern. Das Blut Jesu reicht und gilt auch für scheiternde Christen. Für uns Lutheraner ist dieses Evangelium nicht nur der Startpunkt in ein christliches Leben, es ist das christliche Leben.

Das waren nur zwei Beispiele. Wir könnten noch darüber reden, warum die lutherische Lehre von der Berufung so hilfreich ist für die Frage: „Was ist Gottes Plan für mein Leben?“ Wir könnten noch darüber reden, wie die lutherische Lehre von Gesetz und Evangelium aus der Verzweiflung beim Bibellesen reißt. Und darüber, wie die lutherische Lehre von der Gemeinde mit ihrer Definition jener über die Gnadenmittel unser Leben in der Gemeinde entspannt. Aber leider haben wir hierfür nicht die Zeit.

Nur zwei Beispiele dafür, was es heißt, für eine bestimmte Frage des christlichen Lebens den Schatz der Reformation zu entdecken, der ja nur der Schatz der Bibel ist.

Ein Luthertum des vierten Weges bedeutet, dass wir gemeinsam immer mehr und mehr entdecken, wie dieser Schatz des Evangeliums unser ganzes Leben durchzieht und befreit.

Denn immer wieder geht es um die gute Botschaft, dass es der Jesus am Kreuz ist, der dort für mich und dich hängt. Und dass er reicht.

1517: Dass unser ganzes Leben Buße sei.

Ich komme zum Ende und frage noch einmal: Wohin gehst Du, lutherische Kirche? Mein Plädoyer lautet: in Zukunft weder den ersten Weg hin zum Liberalismus zu gehen, noch den zweiten Weg einer Evangelikalisierung. Und auch nicht drittens eine unserer Hauptstärken auszuspielen und uns hinter feste Mauern zurückzuziehen.

Lasst uns vielmehr einen vierten Weg einschlagen. Das Evangelium Jesu Christi, wie es uns in der Bibel und im lutherischen Bekenntnis gegeben ist, wie einen Schatz neu entdecken, und das offensiv hinaus in die Christenheit und die weite Welt tragen. Und auch wenn das auf den ersten Blick ein langweiliger und bekannter Weg zu sein scheint, wer diesen Weg betritt, dem wird vor Spannung das Herz rasen, wie bei dem Abenteurer, der seine „unbekannte Insel“ vor Augen hat.

Vielleicht können wir doch noch einmal auf das Reformationsjubiläum zu sprechen kommen. 500 Jahre 95 Thesen. Die erste These Martin Luthers lautet ja:

Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht „Tut Buße“ usw. (Matth. 4,17), hat er gewollt, daß das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.

Das soll auch der vierte Weg sein. Ein Weg der Buße und der Umkehr hin zum Evangelium. Und um noch einmal Nikolaus zu bemühen: Auch wir bekennenden Lutheraner gehören in der großen göttlichen Tabelle in die Spalte „Problem“, allein Jesus gehört in die Spalte „Lösung“. Darum haben auch wir es nötig umzukehren. Und so soll der vierte Weg ein Weg der Buße sein, der metanoia, der geistlichen Erneuerung. Und vielleicht gibt es da draußen ja andere, die sich dieser Umkehrbewegung hin zu Christus, in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen liegen, anschließen.

Vielleicht wird Gott schenken, dass sich dadurch das Christentum wieder reformiert, vielleicht schenkt er es aber auch nicht. Aber sofern es an uns liegt, sollten wir es mit einem vierten Weg nicht unversucht lassen.

Vielleicht – und das muss, dem Umstand geschuldet, dass wir alle Sünder sind, auch gesagt werden – vielleicht werden wir uns bei dem Versuch eines vierten Weges auch heillos verlaufen, uns im Kreis drehen, uns gegenseitig auf Berge hochjagen, auf die wir gar nicht raufwollten, und so weiter. Aber auch dann gilt: Unser Herr und Heiland spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“

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13 responses to “Wohin gehst Du, lutherische Kirche? Mein Zukunftstraum.(Vortragsmanuskript)”

  1. Jochen Teuffel says :

    Hat dies auf NAMENSgedächtnis rebloggt und kommentierte:
    Malte Detjes Überlegungen zur Zukunft der lutherischen Kirche sind lesenswert

  2. Maxi says :

    Danke für das Manuskript, auch als Laie. Ich vermisse persönlich häufig etwas eine theologische Heimat, z.B. Gottesdienste in denen die lutherische Lehre noch wenigstens annährend gepredigt wird. Aber weil Sie Bücher/Lieder etc. ansprechen, nutze ich die Gelegenheit doch für eine Frage: kennen Sie schöne (deutschsprachige) Bücher die im lutherischen Bekenntnis stehen & für Laien geeignet sind? Oder ist das eine reine Zukunftshoffnung auf eben solche gewesen? 😉

  3. Malte Detje says :

    Alles klar (Daumen hoch!). Noch einen Tipp: Es gibt eine Facebook Gruppe, die heißt: „Konfessionell.Lutherisch.Kontrovers.“, da sammeln wir gerade mal gegenseitig unsere Lektüreempfehlungen. 🙂

  4. Maxi says :

    Danke! Wenn es aber so schwierig ist lutherische Literatur aufzutun, vielleicht greifen Sie ja bei Gelegenheit selbst zur Tastatur um z.B. die Reihe ‚Warum ich gerne lutherisch bin‘ am Ende des Vortrags in einem Blogartikel weiterauszuführen (weitere Schlagworte haben Sie dort ja bereits genannt)? – ich würde mich freuen! 🙂

  5. Maxi says :

    Auch wenn ich mich natürlich dennoch zunächst über einen Blogbeitrag sehr freuen würde (ein Buch dauert ja doch etwas … ;-)), kann ich nur hoffen, dass Sie sich für das Schreiben des Buches entscheiden! Hier scheint doch eine wichtige Lücke zu bestehen, die Sie wohl perfekt füllen könnten. Ich bete für Sie. 🙂

    /Sorry, dass ich nun so viel unter Ihren Artikel gespammt habe; wird nun mein letzter Post. 😉

  6. Ina says :

    Danke für die Gedanken, die ich zu einem Großteil unterstützen würde!

    Ein Problem bleibt aus meiner Sicht allerdings: Was wird unter „bibel- und bekenntnisorientiert“ letztlich konkret verstanden? Die Tendenz ist ja meistens, ähnlich wie im evangelikal-konservativen Bereich, die Bibel in dem Sinne „wörtlich“ zu verstehen, dass man einzelne Verse aus dem Gesamtkontext reißt und zu göttlichen Imperativen macht. Alles andere sei „Zeitgeist“, behauptet man selbstgewiss. Gleichzeitig bügelt man Widersprüche glatt, ohne zu bemerken, dass man bei der Auslegung nicht weniger „kulturell geprägt“ ist, als man es den „Liberalen“ vorwirft..

    Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass es darauf hinauslaufen würde, die Frauenordination wieder abzuschaffen, und zwar mit Begründungen, die ich meinerseits für zutiefst unbiblisch halte. Ich bin nicht bei Facebook, kann mich also nicht der Gruppe anschließen, um herauszufinden, inwiefern das dort kontrovers diskutiert wird. Ehrlich gesagt schrillen bei mir allerdings sämtliche Alarmglocken.

    Das verlinkte Buch von Wolfgang Hörner meint, aus der zweiten Schöpfungsgeschichte einen eindeutigen Platz für Frauen ableiten zu können, zu dem das Pfarramt angeblich nicht gehört. Der empfohlene Bo Giertz (dessen Roman „Und etliches fiel auf den Fels“ tatsächlich gut ist!) war bekanntermaßen gegen Frauen in kirchlichen Ämtern. In der „Selbstständig-Evangelisch-Lutherischen Kirche“ gibt es per se keine Pfarrerinnen und die „Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordkirche“ möchte offenbar dem lettischen Beispiel folgen.

    Malte, ich duze Dich jetzt mal, weil ich als Hörerin der „Tischgespräche“ auch nicht gesiezt werde. 🙂 Ich würde gerne wissen, inwiefern auch Du dieser Ansicht bist. Mir ist jedoch bewusst, dass Du Dich womöglich nicht klar dazu äußern kannst, falls Du außerhalb der Auffassung Deiner Landeskirche liegen solltest. Ich vermute das stark, da Du ja bei den o.g. lutherisch-orthodoxen Vereinigungen Vorträge gehalten hast und sicherlich Mitglied bist.

    Ich halte mich deshalb lieber zurück mit Hurra-Rufen zu Deinem Blog-Artikel. Leider! Aber wenn ein solcher vierter Weg faktisch ein Berufsverbot für mich bedeuten könnte, dann bin ich raus aus der Nummer.

    Deinen Blog lese ich aber trotzdem weiter, und auch den „Tischgesprächen“ bleibe ich treu. 🙂

    Liebe Grüße
    Ina

  7. Malte Detje says :

    Liebe Ina, vielen Dank für das Lesen meines Blogs und für das Zuhören bei den „Tischgesprächen“. Ich kann nur sagen: Danke für Deinen scharfsinnigen, klugen, respektvollen und verständlichen Kommentar. Vielleicht ist es ja einfach so, dass Du Dir die Dinge rausziehen kannst, die Du für dich als hilfreich empfindest und bei allem anderen muss man dann auch nicht in Hurra-Rufe ausbrechen. Für mich ist das voll und ganz verständlich. Noch einmal: Danke fürs Lesen, Hören und vor allem fürs Mitdenken.

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